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Der Staat soll aktive Rolle in polnischer Wirtschaft spielen

Veröffentlicht am 20.03.2016

(W&R) Eine interessantes Ergebnis einer Umfrage in Polen: die Anhänger der nationalen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vertreten in der Wirtschaftspolitik sozialistische Positionen. Auch die Anhänger der wirtschaftsnäheren Bürgerplattform (PO) wünschen sich aktivere Rolle des Staates in der Wirtschaft.

In einer repräsentativen Befragung in Polen wurde nach der Rolle des Staates in der Wirtschaft gefragt. Überraschenderweise sprach sich mehr als die Hälfte der befragten (55%) für eine aktive Rolle des Staates in der Wirtschaft aus. Nur rund ein Drittel (34%) der Polen war der Meinung, dass es besser sein, wenn der Staat sich aus der Wirtschaft heraushalten würde.

Lars Bosse Polenexperte AHK Polen

Das Ergebnis zeigt weiter, dass diese Rollenzuweisung an den Staat unabhängig von der (partei-)politischen Zuneigung ist. Zwar ist eine Tendenz derart zu erkennen, dass je weiter die Vorliebe rechten Parteien gilt dem Staat eine aktive Rolle zugeordnet wird. Üblicherweise wird die Position eher von linken Parteien vertreten. Auffällig ist auch der hohe Anteil von potentiellen Wählern der Bürgerplattform (PO), die eine aktive Rolle des Staates wünschen. Das überrascht, weil diese Partei auch aus Wurzeln (wirtschafts-)liberalen Parteien wie u.a. der Freiheitsunion (Unia Wolnosci) entstanden ist. Die Position einer möglichst staatsunabhängigen Wirtschaft wird heute vor allem von potentiellen Wählern der Partei Nowoczesna vertreten.  

Aber auch die Werte für die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) deuten darauf hin, dass in der Auffassung zur Wirtschaft linke resp. sozialistische Positionen mit den Nationalismus verbunden werden.

Polen Wirtschaft deutsch-polnische IHK Lars Bosse

Die repräsentative Umfrage wurde vom polnischen Meinungsforschungsinstituts CBOS im März 2016 durchgeführt. Newsletter 10/2016